Fragen und Infos zu Tieren


Haltungshinweise

Da wir Sie nicht mit einem wissenschaftlichen Roman über artgerechte Haltung von Tieren aufhalten, Ihnen aber trotzdem mit Ratschlägen zur Seite stehen möchten, haben wir diese zu einigen wenigen Punkten zusammengefasst.

 

Bevor Sie sich ein Tier anschaffen, sollten schon im Vorhinein einige Fragen geklärt werden.

Bsp. Zeit: Jedes Tier nimmt Zeit in Anspruch. Deshalb muss zuallererst geklärt sein, ob in Ihrem Alltag genug Zeit für Sie genauso wie für das Tier bleibt. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Welt, in der Vereinsamung zum Alltag zählt. Aus welchen Gründen auch immer ein Tier in den Haushalt einzieht: Es braucht Zeit, Einfühlungsvermögen und Toleranz. Um Ihnen Ärger, ein schlechtes Gewissen und sonstige Unannehmlichkeiten, einem unschuldigen Tier viel Leid zu ersparen, sollten Sie diese Frage gewissenhaft klären.

       Kosten: Eine nicht zu unterschätzende Frage sind die Kosten. Mit der Anschaffung des Tieres, des Käfigs oder eines Schlafplatzes, Kratzbaum etc., des Futters ist es ja nicht getan. Sei es die jährliche Kontrolluntersuchung und Impfung, sei es eine Zahnerkrankung, eine Lahmheit, ein Unfall: Auch die medizinische Versorgung eines Tieres (zu der ein Tierhalter nach dem Tierschutzgesetz übrigens verpflichtet ist)  sollte im Haushaltsbudget berücksichtigt werden. Auch der Abschluss einer Tierkrankenversicherung wäre eine Überlegung wert.

häufige Fragen

Mein TiER HAT SOLCHE ANGST VOR DEM TIERARZT...

Viele Tierhalter getrauen sich nicht, ihren Schützling einem Tierarzt vorzustellen, obwohl sie den Verdacht haben, dass ihrem Tier etwas fehlt. Angst vor dem (Tier-)arzt ist ja nur zu verständlich, immerhin haben wir Menschen ja auch so unsere Erfahrungen mit den Vertretern der Weißkittelbranche.

EIN KRANKES TIER NICHT ZUR BEHANDLUNG ZU BRINGEN, WIDERSPRICHT DEN VERORDNUNGEN DES TIERSCHUTZGESETZES.

DER STRESS, DEM DAS TIER AUSGESETZT WIRD, IST IMMER ZEITLICH SEHR BEGRENZT MIT DEM AUSBLICK, DASS DIE LEBENSQUALITÄT HINTERHER MEIST DEUTLICH HÖHER LIEGT.

Es gibt aber sehr viele Dinge, die Ihrem Liebling den Tierarztbesuch netter oder gar harmlos gestalten können. Hier nur eine kleine Auswahl:

 

- ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN...

In der modernen Zootierhaltung ist es inzwischen üblich, meist über Clickertraining solche Manipulationen einzuüben, um den Tieren die eine oder andere Narkose zu ersparen. Was mit Wildtieren möglich ist, sollte bei unseren domestizierten Haustieren doch allemal funktionieren...?

So gut wie jedem Tier können einfache Manipulationen wie zB. Augen- oder Ohrenreinigung und -kontrolle, Pfoten- und Krallenpflege sowie Maul- und Zahnkontrolle bzw. -pflege antrainiert werden. Bei den normalerweise aufgeschlossenen und neugierigen Jungtieren kann dies in Spiele eingebaut werden. Ältere Tiere lassen sich meist mit Belohnungen und weicher, lobender Stimme sehr gut beeinflussen. So wird das Handling zur Gewohnheit, sodass es auch in der Tierarztpraxis gar nichts Besonderes mehr darstellt.

 

Hundehalter sind herzlich eingeladen, auf ihren Spaziergängen immer wieder bei uns vorbeizuschauen, ihren Vierbeiner zu wiegen, mit ihm ein Leckerli abzuholen oder, sollte sehr viel Betrieb sein, einfach nur kurz im Wartezimmer Platz zu nehmen und dann die Runde fortzusetzen. Auf diese Weise lernt der Hund, dass "man da immer wieder mal hingeht", und dass "es da ab und zu ein bisschen lästig ist", aber dass "eigentlich nie großartig was passiert". Im Idealfall heißt Tierarzt für den Hund "super Bekannter, da hol ich immer einen Leckerbissen ab, und außerdem steh ich dort absolut im Mittelpunkt".

 

- BOXENTRAINING

Ebenso kann man Tiere sehr einfach an eine (Transport-)Box gewöhnen, indem man diese einfach in der Wohnung offen/ohne Türe (damit sich das Tier weder einklemmen noch erschrecken kann) stehen lässt und Leckerlis darin anbietet. Man kann das Tier auch im Spiel immer wieder in die Box lotsen, bis es keinerlei Scheu mehr davor zeigt. Dann kann man für einige Sekunden die Türe schließen. Später kann man die Box auch hochnehmen und ein paar Schritte tragen. Idealerweise bleibt die Transportbox immer zugängig wie ein normales Möbelstück in der Wohnung stehen. Für den Transport legt man ein leichtes Tuch darüber, damit sich das Tier wie in einer Höhle geschützt (und unbeobachtet) fühlen kann.

 

- STRESS REDUZIEREN

Unsere Tiere sind mit wesentlich feineren Sinnen ausgestattet als wir. Daher liegt es nahe, laute Geräusche, plötzliche Bewegungen, unangenehme Lichtreize und Gerüche zu vermeiden. Ebenso bedeutsam ist es aber, dem Tier Stabilität durch Gewohnheit zu vermitteln. Das Lieblingsdeckchen von zu Hause riecht nach dem eigenen Revier und ist der Katze sicher willkommener als der blanke Tisch beim Tierarzt. Der nicht hundertprozentig saubere Meerschweinchenstall trägt das "Hausparfum" und vermittelt seinen Insassen mehr Sicherheit (und dem Tierarzt u.U. mehr Information) als ein blitzblanker Behälter.

 

- SELBST COOL BLEIBEN - DAS SPIEL DER SPIEGELNEURONEN

Nicht zuletzt "lesen" unsere Tiere uns sehr genau. Besonders in ungewohnten, als potentiell bedrohlich wahrgenommenen Situation beobachten Mensch und Tier Kontaktpersonen sehr genau, um an deren Verhalten eventuell drohende Gefahren abschätzen zu können. Je nervöser die Bezugsperson, umso suspekter erscheint dem Tier das ganze Prozedere. Daher ist es unumgänglich, selbst möglichst ruhig zu bleiben und dem Tier zu vermitteln, dass man sein Problem erkannt hat und zu helfen versucht. Wir erleben nicht selten, dass Tiere, die sich bei vergleichsweise harmlosen Problemen als "not amused" präsentieren, im Ernstfall plötzlich absolut kooperativ sind, ja, sich sogar intensiver dem Tierarzt als dem Besitzer zuwenden!

 

Sollten Sie selbst Angst vor Injektionen und Nadeln haben, stellen Sie sich vor, wie das Tier in freier Wildbahn leben würde. Einmal durch den Rosenstrauch oder unter der Brombeerhecke durchzukriechen, einmal mit den Kollegen etwas wilder gespielt, einmal ein Meinungsaustausch mit dem Nachbarn ist vermutlich "schmerzhafter" als der Stich mit einer sterilen, gut geschliffenen Nadel...

 

- SEDIERUNG?

So naheliegend dieses Gefühl auch sein mag... Sollte wirklich etwas Unangenehmes bevorstehen, hilft dem Tier vielmehr unsere innere Einstellung "das muss jetzt einfach sein, aber es ist gleich vorbei, und es wird nichts wirklich Schlimmes passieren, versprochen!". An dieser Stelle sei auch noch betont, dass gerade Tierärzte dem Tierschutz besonders verpflichtet sind und die heutige Medizin über vielfältige Methoden der Sedierung und Schmerzausschaltung verfügt. Hierbei muss allerdings abgewogen werden, ob die organische sowie Herz-Kreislaufbelastung durch eine Sedierung gerechtfertigt sind.

In Einzelfällen besteht die Möglichkeit, dem Tier (meist bei Katzen) daheim ein Medikament zu verabreichen, damit es den Transport zum Tierarzt cooler sieht. Bitte sprechen Sie uns bei Bedarf darauf an!

 

HAUSBESUCH?

Immer wieder wird der Wunsch an uns herangetragen, z.B. die Katze im Rahmen eines Hausbesuches zu untersuchen und behandeln. Prinzipiell ist dies möglich. Zu bedenken gilt aber:

1) Aus der Perspektive des Tieres: Die Tierärztin betritt das Revier der Katze und erlaubt sich dort sogar noch, zudringlich zu werden. Die Katze befindet sich in ihrem Kernrevier und fühlt sich dadurch einerseits stärker, wehrt sich also meist vehementer als in fremder Umgebung. Andererseits könnte das Tier auch stark verunsichert werden, wenn es plötzlich erfahren muss, dass auch sein engster Rückzugsraum nicht "sicher" ist.

2) Aus der Perspektive des Tierarztes:

Die Untersuchung des Tieres (ausgenommen vielleicht bei Verhaltensproblemen) in seiner angestammten Umgebung ist nur selten so effektiv wie jene in der Praxis. Tisch, Manipulationsmöglichkeiten, Lichtqualität, aber auch die Abwehr des Tieres lassen oft nur eine unvollständige Inspektion zu. Auch eine Blutuntersuchung oder die Anfertigung eines Röntgenbildes sind nur in der Ordination möglich.

Anhand des Vorberichts lässt sich oft abschätzen, welche Medikamente eventuell zum Einsatz kommen könnten. Nicht selten ergeben sich aus der klinischen Untersuchung des Tieres allerdings andere Hinweise, sodass die mitgebrachte Auswahl an Arzneimitteln sich als inadäquat oder unvollständig erweist.

Nicht zu unterschätzen ist der Zeitaufwand für den Tierarzt. Dieser muss zumindest teilweise in Rechnung gestellt werden.

 

Eine Ausnahmesituation besteht aus unserer Sicht im Falle einer Euthanasie. In den allermeisten Fällen "wissen" die Tiere, dass nun ein entscheidender Schritt bevorsteht. Sehr oft scheinen sie auch die Rolle des Tierarztes zu erkennen. Im Falle einer Euthanasie ist ein Hausbesuch oft die ruhigere, stressfreiere Lösung.

 

 

euthanasie - wann? wie? wO?

Überlegungen zum Zeitpunkt

In der Veterinärmedizin besteht die Möglichkeit, ja, die Verpflichtung, ein Tier von seinem Leiden zu erlösen, wenn es keine Möglichkeit der Heilung oder Linderung mehr gibt.

In einigen Fällen besteht kein Zweifel, dass dieser Schritt vollzogen werden muss.

In anderen Fällen, meist bei älteren und/oder chronisch kranken Tieren, sieht die Sache ganz anders aus. Das Befinden wechselt von Tag zu Tag, manchmal von Stunde zu Stunde, sodass die Entscheidung ständig gefällt, dann wieder in Frage gestellt, dann wieder erneut gefällt wird.

Kriterien zur Orientierung sind:

- Kann das Tier seine Grundbedürfnisse noch stillen? Kann es selbständig Futter und Wasser aufnehmen, Kot und Harn an üblicher Stelle (diesem Punkt kommt große Bedeutung zu!) und kontrolliert absetzen? Kann es selbständig seinen Ruheplatz aufsuchen? Kann es diese Grundbedürfnisse in ausreichendem Ausmaß stillen, oder schafft es stets nur eine gewisse Linderung (z.B. ständiger Durst bei nierenkranken Patienten)?

- Hat das Tier Probleme mit der Atmung? Droht es bei weiterer Verschlechterung zu ersticken? Hat es Angst, zu ersticken (sehr deutlich angestrengte Atmung, oft gestreckte Körperhaltung zur passiven Dehnung des Lungenfeldes, große Pupillen)?

- Nimmt es noch an seiner Umgebung Anteil, oder lebt es schon völlig "in seiner eigenen Welt"? Zieht es sich zurück? Liegt es an ungewöhnlichen Stellen? Dies muss kein Hinweis auf eine Indikation zur Euthanasie sein, sollte aber jedenfalls bewusst wahrgenommen und dem Tierarzt mitgeteilt werden.

- Hat das Tier ständig Schmerzen, die nicht oder nicht zufriedenstellend beeinflusst werden können?

- Ist das Tier ansprechbar? Verhält es sich seiner Art gemäß? Verursacht sein Verhalten oder Leiden Gefahr für sich selbst (z.B. bei epileptischen Anfällen) oder für andere?

- Gibt es eine Möglichkeit bzw. wurden die Möglichkeiten ausgeschöpft, dem Tier durch medizinische und/oder alternative Behandlungen (Physiotherapie...) zu helfen?

 

Die Entscheidung

Nach unserer Erfahrung essentiell ist Ihre eigene Einstellung. Wenn Sie dem Tier "erlauben", seinen Weg zu gehen, wird es diesen mit mehr Leichtigkeit einschlagen können. Dieser Akt der Zuneigung und des Respektes betont das Vertrauensverhältnis. Unsere Tiere sind mindestens genauso unsere Führer und hingebungsvolle Freunde, wie wir glauben, sie zu versorgen, zu führen und "einfach bei uns zu haben". Aus Dankbarkeit und Respekt sollten wir Ihnen die Möglichkeit geben, aus ihrer verantwortungsvollen Rolle auszusteigen, wenn ihre Zeit gekommen ist.

Vielfach lässt sich beobachten, dass das Tier ab diesem Zugeständnis seiner Bezugsperson/en (auch für Nichtprofessionisten) sehr deutlich kommuniziert, wann es den letzten Schritt gehen möchte und ob bzw. wann es dabei medizinische Unterstützung braucht.

In unserer Praxis liegt uns dieser Weg der Entscheidung und das Vertrauensverhältnis zwischen Tier und Besitzer sehr am Herzen. Auch hierfür bietet sich die klassische Tierkommunikation an, welche die Tiere sehr dankbar annehmen.

 

Ablauf der Euthanasie

Ist die Entscheidung gefallen und der Ort (daheim, auf der Lieblings-Spaziergangsrunde oder in der Praxis) gewählt, findet die eigentliche Euthanasie statt. In unserer Praxis wird nach Möglichkeit (Ausnahme sind neurologische Fälle oder Euthanasien aus Gründen der Sicherheit der Umgebung) über den Weg der Tierkommunikation noch ein letztes "Ok" des Tieres eingeholt.

Dann bekommt das Tier eine Narkose, das heißt für den Patienten normalerweise einen Stich in eine Vene, einen Muskel oder den Bauch. Das Tier darf sich daraufhin zurückziehen (in die Box, unter die Couch, manchmal auch der Schoß des Besitzers...) und in aller Ruhe einschlafen. Erst, wenn die Narkose so tief ist, dass das Bewusstsein, die Schmerzempfindung und die Muskelspannung ausreichend herabgesetzt sind, wird ein Medikament verabreicht, das letzten Endes einen Herzstillstand bewirkt.

In unserer Praxis ist es uns wichtig, für Euthanasien "alle Zeit der Welt" und die erforderliche Ruhe rundherum zu bieten. Dies ist unsere Art, dem Tier als auch dem Leben allgemein Respekt zu zollen. Zugleich gibt es dem Besitzer die Möglichkeit, sich möglichst in Ruhe zu verabschieden und mit seiner Trauerarbeit zu beginnen.

 

Und was kommt danach?

Die Trauerarbeit ebenso wie die Entscheidung, was mit der verbliebenen Hülle des Tieres geschehen soll.

Wählen Sie jenen Weg, der Ihnen zur Verabschiedung am dienlichsten und durchführbar ist.

 

Prinzipiell stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl:

 

- Sind Sie Besitzer eines eigenen Grundstückes ohne Grundwasser darunter, dürfen sie Ihr Tier dort selbst begraben. Ausreichende Grabtiefe und Verhinderung des Ausgrabens durch andere Tiere (Fuchs) verstehen sich von selbst. Dies kann z.B. durch eine Steinplatte oder einen großen Blumentopf geschehen. Diese Variante sollte selbstverständlich nicht gewählt werden, wenn das Tier unter einer (möglicherweise) ansteckenden Krankheit litt.

- Sie (oder wir in Ihrem Auftrag) beauftragen ein Bestattungsinstitut. Der Tierkörper wird wahlweise bei Ihnen oder bei uns abgeholt und in der Nähe von München in einem Tierkrematorium verbrannt. Hier kann (aber muss nicht) die Asche in einer Urne zurückgebracht werden.

- Der Tierkörper wird zum "Wasenmeister" (Tierkörperverwertungsanlage) verbracht, wo er mit vielen anderen unter Hochdruck verbrannt wird. Hier kann keine Asche zurückerhalten werden.